Die Angehörigen

© Ariane Salzbrunn

Mitwirkende

Als Ensemble Theater Operation im Theater im Pumpenhaus Münster

Schauspiel: Bettina Lamprecht, Stefan Otteni, Carmen Dalfogo, Dietmar Pröll

Bühne/Kostüme: Ariane Salzbrunn

Produktionsleitung: Susanne Berthold

Regieassistenz: Benedikt Figel

Förderer: Kulturamt der Stadt Münster, Theater im Pumpenhaus Münster, Theaterhaus Berlin Mitte

Liebe? Wut? Trauer und Ohnmacht? Oder doch Heiterkeit und Hoffnung? Wie kann man diese außergewöhnliche Zeit als Angehörige erleben? Wie kostbar ist die Zeit, die man dann noch hat? Plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Sie haben viele Aufgaben zu meistern. Sie sind Betroffene, die mal haltlos, haltschaffend, verängstigt, kritisch oder ungeduldig reagieren. Sie werden oft unfreiwillig und unweigerlich selbst zu „Spezialist*innen“, stehen plötzlich im Fokus und müssen Verantwortung übernehmen.

Der letzte Teil der Trilogie. Wie schon in den Stücken Halbstarke Halbgötter und SOMNIA/INTENSIVSTATION basiert auch diese Arbeit auf wahren Geschichten. Mit Die Angehörigen vollendet Theater Operation die Trilogie zu medizinischen Themen. 

Aus dem Stück:
„Es gibt so ein Ritual bei den Tibetern: Wenn da einer stirbt, dann werfen sie die Leiche über einen Felsen und warten, bis die Geier kommen. Und die fressen dann die Leiche auf. Und das wird wieder zurückgeführt, weil die Geier das wieder ausscheiden. Das wird dann wieder zu Erde. Das ist ein ewiger Kreislauf. Ich fände es klasse, sich so durch Geier aufzulösen. Das irgendwer am Grab steht, und ich liege dann da, das will ich nicht. Und sich irgendwo hinzulegen und zu sterben, dass darf man nicht. Aber in Tibet – alles wäre komplett weg, auch die Knochen.“

„Die Welt wird zum ‚umgestürzten Hafen‘, nicht für den Sterbenden, der es ‚geschafft‘ hat, aber für seinen kleinen Sohn, den er vater- und mutterlos und damit heimatlos zurücklässt. Nachdenkliche, sehenswerte 70 Minuten.“ [Westfälische Nachrichten, Juni 2014]

„Moğul verarbeitet in Die Angehörigen wahre Begebenheiten, die er in Interviews mit Betroffenen recherchiert hat. Daraus ist eine Inszenierung entstanden, die sehr authentisch wirkt. Gleichzeitig sorgen Mittel wie traditionelle Lieder oder Anspielungen auf die klassische Tragödie für die nötige Distanz, um mit dem Thema Tod rational umgehen zu können. Hinzu kommt eine fein dosierte Komik, die auf genauen Beobachtungen beruht und tiefe Kenntnisse der Materie verrät.“ [Münstersche Zeitung, Juni 2014]

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