Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt

© Roman Thomas

Mitwirkende

Schauspiel: Helga Lauenstein, Lena Kußmann, Jonas Vietzke

Bühne und Kostüm: Maren Geers

Licht: Alexander Tripitsis

Regieassistenz: Antje Sachwitz

Die Texte sind gemeinsam mit dem Ensemble Theater an der Glocksee entstanden.

Förderer: freietheaterhannover, Theater im Pumpenhaus Münster, Deutsche Ärzte Finanz, Stiftung Niedersachsen

Zwei Ärztinnen und ein Arzt. Sie: Gutaussehend, sympathisch, eine der Besten ihres Fachs, geliebt und gepriesen. // Er: Jung, eloquent, zielstrebig, menschlich, eine Vertrauensperson. // Sie: Eine Expertin auf vielen Gebieten, fordernd, erfahren, vielseitig. // Allesamt im Dauereinsatz zum Höhepunkt ihrer Karriere. Heilen, helfen, Anerkennung, Ruhm und Geld – drei Traumata – Tänzer am seidenen Faden. // Und alle quält ein inoperables Stigma. // Inspiriert von wahren Geschichten werden in einem medizinischen Theaterabend Identitäten und ihre Nebenwirkungen untersucht. Wie manipulierbar ist der Ärzteberuf? Wer sind sie? Zwei Ärztinnen und ein Arzt?

Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt wurde in der Kritiker-Umfrage des Theater Heute Jahrbuchs 2012 in der Kategorie „Bestes deutschsprachiges Stück“ und Lena Kußmann als Ärztin in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ gelistet. Die Vorstellungen von Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt waren seit der Uraufführung über mehrere Spielzeiten restlos ausverkauft. Mehrere Gastspiele bundesweit haben stattgefunden.

Auszug aus dem Stück:

Helga: Guten Abend! Ich bin Dr. Helga Lauenstein, leitende Oberärztin für Psychiatrie, ich hab mich spezialisiert auf tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (…)

Jonas: Hallo. Ich steh kurz vorm Facharzt! Hallo, Dr. Jonas Vietzke, 31 Jahre alt, Anästhesist im 4. Weiterbildungsjahr (…)

Lena: Ja, dem kann ich mich nur anschließen. Mein Name ist Lena Kußmann, 32 Jahre und Pädiaterin im 2. Weiterbildungsjahr (…)

Helga: Hallo, ich bin Helga Lauenstein, 55 Jahre alt, Buchhändlerin aus Oldenburg (…)

Lena: Hallo ich bin Lena Kußmann, ich bin 32 Jahre alt, ich bin drei Mal durchs Physikum gefallen und exmatrikuliert (…)

Jonas: Hallo, ich bin Jonas Vietzke, 31 Jahre alt und hab einen Hauptschulabschluss (…)

Helga: Hallo, ich bin Helga Lauenstein, ich bin 55 Jahre alt und Schauspielerin (…)

Lena: Hallo, ich bin Lena Kußmann, bin 32 Jahre alt und Schauspielerin (…)

Jonas: Hallo, ich bin Jonas Vietzke, bin 31 Jahre alt und Schauspieler.

„Man kennt den Ton, diese merkwürdige Mischung aus Professionalität und Hingabe; einiges hat man vielleicht schon mal gehört, anderes wünscht man sich nie zu hören. Das Stück kann einem an die Nieren gehen. Es ist todtraurig, aber es ist – große Kunst – auch sehr, sehr komisch. Und es ist ganz wunderbar gespielt. Alle drei Darsteller spielen Ärzte, die für ihren Beruf brennen und irgendwann nicht mehr weiterkönnen. Großartig, wie Lena Kußmann das macht, dass ihr Gesicht plötzlich ganz leer wird, weil sie nichts mehr tun kann, weil alles Helfen nicht geholfen hat. Tolles Thema, tolle Inszenierung, tolle Schauspieler – an der Glocksee ist eine kleine Theatersensation zu bestaunen.“ [Hannoversche Allgemeine Zeitung, Ronald Meyer-Arlt, Mai 2012] 

„Mediziner auf der Bühne, das Theater an der Glocksee zeigt die andere Art der Ärzte-Serie – beklemmend, witzig (…) Regisseur Tuğsal Moğul, Anästhesist und Theatermacher, hat aus eigener Erfahrung und Berichten schlüssige Figuren geformt, die den Medizinbetrieb hier und heute spiegeln – Überzeugung und Überlastung, Freude und Frust beim Therapieren auf Leben und Tod. Statt einer Handlung hat er eine Art Choreografie entworfen, in der sie interagieren. Und ein Spiel mit Identitäten, das am bösen Ende überrascht. Da strippen nicht nur die Seelen, da fällt die vorgetäuschte Professionalität mit dem blauen Kittel ab. Helga Lauenstein, Lena Kußmann und Jonas Vietzke überzeugen mit direktem, hochdifferenziertem Spiel mit doppeltem Boden. Lehrreiche, spannende und amüsante 70 Minuten.“ [Neue Presse, Mai 2012]

© 2021 Tuğsal Moğul

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